Vorurteile rund um's Bettnässen

Niemand hat Schuld, wenn das Bett nass ist. Trotzdem ranken sich viele Vorurteile um die Ursachen. Höchste Zeit also, einmal alle Missverständnisse aufzuklären.

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WAS IST BETTNÄSSEN?

"Unter Enuresis versteht man das Bettnässen bzw. das Einnässen im Schlaf nach Vollendung des 5. Lebensjahres, d.h. in einem Alter, in dem der psychische und physiologische Reifungsgrad bei über 9 von 10 Kindern eine willkürliche Blasenkontrolle möglich macht.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) klassifiziert das Bettnässen, also die Enuresis, als behandlungsbedürftige Erkrankung. Diese Einordnung der Enuresis als kindliche Erkrankung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Aufklärung und Behandlung, statt Tabuisierung und Ignoranz.

Enuresis ist ein Synonym für die so genannte intermittierende nächtliche Inkontinenz. Als Enuresis oder Bettnässen bezeichnet man das nächtliche Einnässen während des Schlafes, wenn folgende Kriterien alle erfüllt sind:

  • das Kind ist mindestens fünf Jahre alt;

  • s nässt an mindestens zwei Nächten im Monat ein;

  • rganische Grunderkrankungen und

  • medizinische Ursachen wurden ausgeschlossen.

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Wie üblich ist Bettnässen?

Während viele Kinder aufhören das Bett zu nässen, wenn sie in die Schule kommen, ist es durchaus üblich, dass es länger dauert. Es ist eine Entwicklungsphase, die Kinder nicht kontrollieren können. Die meisten Kinder werden in ihrer eigenen Zeit und von sich aus trocken. Manche benötigen möglicherweise Hilfe von einem Arzt.

Warum nässt mein Kind das Bett?

Obwohl es viele mögliche Ursachen für Bettnässen gibt, ist das Wichtigste zu wissen, dass an Bettnässen niemandem schuld ist. Es besteht keine Verbindung zwischen Bettnässen und Faulheit oder Toilettentraining. Es ist wichtig zu bedenken, dass Jungen doppelt so häufig betroffen sind wie Mädchen. Emotionaler Stress kann auch ein Faktor dafür sein, dass Kinder, die zuvor trocken waren, wieder das Bett nässen.